Wer oder was war oder ist das denn? (1) – »Anzac«

Viele Plätze und Straßen in Sydney tragen den Namen »Anzac«. Prominentestes Beispiel ist sicher die Anzac Parade, eine 12 km lange Allee entlang der östlichen Vororte. Aber es gibt auch Anzac-Kekse und mit dem Anzac Day sogar einen gestzlichen Feiertag, der Jahr für Jahr am 25. April begangen wird. Aber wer oder was war Anzac?

Blick auf die Ancac Parade. Die Fahrbahn im Bild führt durch Maroubra Richtung Norden, die Gegenfahrbahn ist rechts hinter den Ästen zu erkennen. Der Grünstreifen zwischen den Fahrbahnen ist ca. 30 m breit und diente bis in die 1980er Jahre als Straßenbahntrasse.

Blick auf die Ancac Parade. Die Fahrbahn im Bild führt durch Maroubra Richtung Norden, die Gegenfahrbahn ist rechts hinter den Ästen zu erkennen. Der Grünstreifen zwischen den Fahrbahnen ist ca. 30 m breit und diente bis in die 1980er Jahre als Straßenbahntrasse.

Der Begriff ist die Abkürzung für Australian and New Zealand Army Corps, einen Truppenverband der im Ersten Weltkrieg als Teil der britischen Armee in Aktion trat. Sein Start war nicht sehr vielversprechend, ein Angriff auf die Türken 1915 misslang unter großen Verlusten. Es folgten Einsätze im Nahen Osten und eine Beteiligung an der Somme-Schlacht und an der Schlacht von Pozières.

Demzufoge dient der Anzac Day dem Heldengedenken. Auf jedem Friedhof gibt es Gedenkstätten für die Kämpfer der Anzac-Einheiten und auch sonst finden sich viele Kriegergedenkstätten und -parks über die Fläche der Metropole verteilt. Dass mindestens einer der Parks direkt an der Anzac Parade liegt, könnte demzufolge auch Zufall sein und muss nicht zwangsläufig der Straße zu ihrem Namen verholfen haben.

Im Gedenkpark an der Anzac Parade in Matraville sind noch die Grundmauern jener Häuser zu Erkennen, die den rückkehrenden Soldaten nach dem Krieg zur Vefügung gestellt wurden.

Wer heute den Namen der heldenhaften Truppe gebrauchen will um damit ein Produkt zu vermarkten, muss sich das vom Ministerium für Veteranen-Angelegenheiten genehmigen lassen, denn es darf nicht jeder alles nach den Anzac-Truppen bennen. Eine Ausnahme stellen die Anzac biscuits dar, die jeder so nennen darf, der sich bei der Herstellung ans Originalrezept hält.

Die Anzac bisquits gehen der Überlieferung nach auf das Hafergebäck zurück, das die Soldaten von ihren Ehefrauen an die Front geschickt bekamen, auch wenn es heutzutage gute Gründe gibt, an dieser Darstellung zu zweifeln.

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Quetschehoing-Photo-Love-Story

Nachdem wir einen sehr verregneten und untypisch kalten Sommer hatten, fängt jetzt hier angeblich der Herbst an. Noch merkt man nicht viel davon, kurze Hosen und Trägershirts sind immer noch voll ausreichend als Bekleidung, aber die Angebote in den Obst- und Gemüseapotheken wandeln sich langsam. Vor ein paar Tagen war Jürgen beim Aldi – also, tatsächlich beim Aldi und nicht bei irgendeinem Aldi-Äquivalent. Und zwar ist das hier, wie kann es auch anders sein, Aldi-Süd – das hat der Aldi-Süd-Bruder sehr geschickt eingefädelt, als die zwei sich die Welt aufgeteilt haben. Zumindest hatte der Aldi gerade einen Restposten Zwetschgen-ähnliche Dinger im Angebot (die heißen hier Zucker-Pflaumen, daher bin ich mir nicht sicher, ob das richtige Zwetschgen sind, aber sie sehen ihnen zumindest ziemlich ähnlich) und Jürgen hat mal gleich ein paar Kilo eingepackt, um sie zu Quetschehoing/Latweerge/Powidel zu verarbeiten. Vor ein paar Wochen hatte ich das schon mit einer kleineren Charge ausprobiert und daher gibts jetzt von diesem Durchgang eine Photo-Story zum Nachmachen.

Die Herstellung von Quetschehoing unterliegt vielen Ritualen und Mysterien und natürlich schwört jeder drauf, dass seine Methode die richtige ist. Wahrscheinlich gibts auch Leute, die kleine Beschwörungstänze um den Topf machen, und sich sicher sind, dass das dem Quetschehoing den letzten Schliff gibt. Ich folge nur einer einzigen Regel, vor allem weil sie mir viel Arbeit erspart und die heißt: NIEMALS den Quetschehoing umrühren, solange er noch am Werden ist. NIEMALS!

Für den Quetschehoing von gestern habe ich verwendet:

3,3 kg Zwetschgen (das ist die Menge ohne Steine), 200g Zucker, Saft einer halben Limette, ein Stück Zimtstange (vielleicht so 4cm) und 4 Kardamomkapseln

Man nehme also seine Zwetschgen und wasche sie. Auf dem Bild sieht man, dass ich auch ein paar große Pflaumen reingetan habe. Das war aber keine so clevere Idee, denn die bringen vor allem mehr Wasser mit und dann braucht der Hoing länger zum Einkochen. Dann kommt der langwierige Teil, denn jetzt muss alles entkernt und in Stückchen geschnippelt werden. Danach hat man für gewöhnlich ziemlich schrumpelige und braune Finger.

ein Topf voller Quetsche

schön waschen!

Jetzt Limettensaft und Zucker drauf. Bei der Zuckermenge scheiden sich absolut die Geister. Im Internet findet man Rezepte, die 1kg Zucker auf 5kg Obst vorschlagen, genauso wie welche, die sagen 100g Zucker auf 5 kg Obst sind genug. Kommt vielleicht auch drauf an, wie schnell man den Hoing hinterher aufisst. Aus Jürgens und meiner Verfressenheitsstatistik habe ich abgeleitet, daß 200g Zucker bei uns vollkommen ausreichen.

bischen Limettensaft

Zucker dazu

Alles schön durchmengen, die Zimtstangen und die Kardamomkapseln versenken (am Besten so, dass man sie hinterher wieder findet). Der Zimt gibt sein Aroma ziemlich gut an den Hoing ab und es reicht, wenn man 2-3 größere Stücke verwendet. Das mit den Kardamomkapseln hab ich einfach so mal ausprobiert, hab aber nicht den Eindruck, daß die so viel bringen. Andere Leute stehen auch auf Nelken, Anis oder Portwein im Hoing – je nach Geschmack und Experimentierfreude. Dann sind wir auch schon am nächsten Punkt, dessen Durchführung stark vom gesprochenen Dialekt abhängt. Manche Leute sagen, dass man das Gemisch jetzt über Nacht und mindestens 12 Stunden ziehen lassen muss, andere wollen von Ziehen lassen gar nichts wissen und gehen gleich aufs Ganze. Nachdem der Jürgen nebenbei Mittagessen gemacht hatte, habe ich mich für die moderate Variante entschieden: solange ziehen lassen bis man gemütlich sein Mittagessen weggespachtelt hat.

Zimtstange

Kardamomkapseln

Alleine diese wunderbare Zwetschgen-Zucker-Sutsche könnte ich einfach so weglöffeln, aber jetzt geht es ja erst richtig los. Auch um den nächsten Schritt ranken sich wilde Sagen: manch einer schwört auf die Zubereitung im Kupferkessel, andere sagen, dass der Quetschehoing nur gut gelingt, wenn man ihn auf der hinteren, rechten Ecke von Omas altem Holzofen zubereitet, die einen stehen 8 Stunden konstant Rührend neben dem Kochtopf und summen alte Volksweisen und wieder andere machen es sich einfach ganz einfach. Ich gehöre zu letzerer Sorte.

Also, die Zwetschgensutsche stand jetzt ein wenig rum und konnte sich an den Topf gewöhnen (ganz normaler Topf, außen und innen schön sauber geschrubbt) und jetzt kommt der Topf mit Deckel drauf bei 180° Umluft in den Backofen. Und das wars! Jetzt gilt nur noch die eine Regel und die lautet: NICHT UMRÜHREN! Auch wenn in einem die Panik aufsteigt, daß das ganze gute Gemisch doch anbrennen muss – NIEMALS UMRÜHREN!

Und so entwickelt sich das Ganze dann während der nächsten Stunden. Für die Photos hab ich den Deckel natürlich weg gemacht, ansonsten ist es besser, der ist drauf, denn gerade am Anfang blubbert und spritzt die Sutsche doch ganz schön.

nach einer Stunde - ticktackticktack

nach 3 Stunden - ticktackticktack

 

 

 

 

 

 

Zwischendurch immer mal mit einem Löffel checken, wie viel Flüssigkeit noch unter der oberen Quetschenschicht ist. Damit der Hoing hinterher auch schön dick und zäh wird, muss möglichst viel Flüssigkeit verkocht sein. Aber nur ein wenig rumstochern, NICHT UMRÜHREN!

nach 5 Stunden – ticktackticktack – jetzt riecht es auch schon im Treppenhaus lecker!

nach 8 Stunden ist er dann endlich fertig! Sieht komisch aus, ist aber super lecker!

 

 

 

 

 

 

Und wenn man sich brav daran hält, kann man so 5–12 Stunden später (hängt sehr von der Menge und dem Wassergehalt der Zwetschgen ab) den Topf aus dem Ofen holen, die Zimtstange und den Kardamom rausfischen und ENDLICH, ENDLICH umrühren. Wenn man’s weniger stückig mag auch mit einem Schneebesen oder einem Pürrierstab.

Dann wird der gute Quetschehoing in saubere, heiße Gläser abgefüllt – Deckel drauf und Löffel ablecken. Wie man sieht ist der Hoing nicht angebrannt. Den Topf sollte man aber trotzdem gleich einweichen, damit man den festgebibbschten Zucker am Topfrand am nächsten Tag wieder weg bekommen.

alles schön abgefüllt! 5 Gläser voll mit leckerstem Brotaufstrich!

und wie Sie sehen, sehen Sie nix ... angebrannt! So soll das sein!

Am nächsten Morgen schmiert man sich am Besten ein leckeres Brötchen damit und dann kann der Herbst kommen!

mein leckeres Frühstücksbrötchen

 

 

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Urlaub

Kurz vor Weihnachten und zwischen den Jahren war die Uni geschlossen und nur Leute mit superduper Sondergenehmigungen durften das Gebäude betreten. Alle anderen wurden quasi zwangsbeurlaubt, was dazu führte, dass  viele Beurlaubte heimliche Arrangements mit den superduper-Sondergenehmigungs-Leuten trafen, die ihnen ihre Computer wieder anschalteten (eine zeitweise Stromabschaltung im kompletten Gebäude gabs in dem Zeitraum nämlich auch), damit sie zumindest von zu Hause aus weiter arbeiten konnten.

Wir haben uns derweil für ein ganz anderes Konzept entschieden und sind zum ersten Mal, seit wir hier in Australien sind, in den Urlaub gefahren. Ein paar Leute aus der Uni hatten uns Port Stephens empfohlen und nachdem das nicht so sehr weit weg ist – in australischen Maßstäben heißt das, dass man nicht fliegen muss, um hinzukommen – war das unser Ziel.

Allerdings hat über Weihnachten natürlich jeder frei und Port Stephens ist sehr beliebt, daher gestaltete sich die Unterkunftssuche ein wenig schwierig. Alle Selbstversorger-wohnungen für zwei Leute waren schon ausgebucht, so dass wir quasi gezwungen waren, was Größeres zu mieten. Und so gings dann kurz vor Weihnachten los. Erstmal mit dem Zug bis nach Newcastle und von da weiter mit einem Mietauto bis nach Nelson Bay.

unser "kleines" Auto - aber bequem war's. Und es legt die Rückspiegel an, wenn man es abschließt.

Das Mietauto, das ich gebucht hatte, gehörte zu einer der kleineren Klassen, umso mehr wunderten wir uns, als wir an der Autovermietung ankamen, dass da nirgendwo ein kleines Auto stand. Aber vielleicht hatte sich die Autovermietung mit den Wohnungsvermietern kurzgeschlossen und kurzerhand das Auto an die Größe unserer Wohnung angepasst oder das Verständnis von “klein” ist hier einfach ein anderes, wenn es um Autos geht.

Frühstücksplatz mit Meerblick

In Nelson Bay angekommen, nehmen wir erstmal unsere überdimensionierte Wohnung in  Beschlag und freuen uns über den schnuckigen Balkon mit Ausblick aufs Meer. Das ist zwar nur ein paar Minuten Fußweg entfernt, aber wenn man sich beim Frühstück schon mal daran freuen kann um so besser.

An den Strand führt auch unser erster Spaziergang, bzw. eher von einem Strand zum anderen – gibt ja genug davon. Und man muss sagen, dass meine Kollegen nicht übertrieben haben, als sie erzählten, wie schön es hier ist. Die Strände in Sydney sind ja schon ziemlich schön, aber hier halt alles noch viel mehr Postkarten-Flair.

Der Wetterbericht meinte es nicht gut mit uns und sagt Dauerregen für unseren kompletten Aufenthalt voraus. An Tag zwei hatte er sogar Recht, von daher war da eher Essen, Schlafen und Lebensmittel einkaufen angesagt. Glücklichweise haben wir gleich ein indisches Restaurant ausgemacht, das wirklich sehr gut ist – und indisches Essen tröstet super über schlechtes Wetter hinweg.

Aber schon am nächsten Tag lag der Wetterbericht total falsch. Wir hatten superduper Sonnenschein und haben das auch gleich voll ausgenutzt. Von Nelson Bay liefen wir nach Shoal Bay, das am Eingang der Bucht liegt. Hier gibt es einen kleinen Berg – den Tongaree Head – auf dem früher schweres Militärgerät installiert war. Die Stellungen kann man besichtigen, aber vor allem hat man einen wundervollen Ausblick auf die Bucht. Über viele Stufen ging es etwa eine halbe Stunde lang nach oben – also, wir haben etwa eine halbe Stunde gebraucht. Die ganzen verrückten Jogger waren natürlich viel schneller und haben dabei wahrscheinlich sogar weniger geschwitzt. Aber die Aussicht ist die Kraxelei wert!

Strände zur Rechten – im Hintergrund sieht man "The Spit" – eine Sandbank über die man bei Ebbe auf die Nachbarinsel laufen kann.

Strände und Inseln zur Linken – manche der Inseln stehen unter Naturschutz und dürfen nicht betreten werden.

 

 

 

 

 

 

The Spit - mit Jürgen!

Und weil wir gerade dabei waren, haben wir “The Spit” nach einer kurzen Mittagspause auch gleich noch einen Besuch abgestattet. Die Sandbank ist ein Ausläufer des Fingal Beach, dem Stand des Ortes Fingal Bay – wahnsinnig kreative Namensgebung hier ;-) . Leider waren wir schon zu spät dran, um auf die Nachbarinsel rüber zu laufen, aber der Strand alleine ist auch schon wirklich beeindruckend.

Sand und Sand und Sand - und die Förmchen vergessen *mist*

Ein weiterer großer Ausflug führte uns zum Stockton Beach – einer der größten Sanddünen der südlichen Hemisphäre – die vor allem bei Reitern und Leuten mit Allrad-Antrieb-Autos sehr beliebt ist. Sie ist 32 km lang und der örtliche Wanderwegführer gibt sogar einen Wanderweg auf ihr an, der ganz toll sein soll – mit der kleinen Einschränkung, dass man schlecht an Trinkwasser ran kommt in der Gegend.

 

der Hundestrand – war zum Glück gerade nicht so viel los

Auf dem Rückweg hielten wir dann noch kurz auf einem Parkplatz und spazierten einen kleinen Waldweg entlang, um einen weiteren schönen Strand zu entdecken. Strände gibt es hier so unglaublich viele und nachdem sie alle schön sind, wissen die Leute manchmal gar nicht mehr, was sie mit all den Stränden machen sollen. So wurde dieser schöne Strand hier einfach zum Hunde-Strand umfunktioniert, wo man seinen Hund frei rumrennen lassen darf, damit der auch mal was hat von den ganzen schönen Stränden.

Aber es ist jetzt nicht so als ob wir im Urlaub nur Strand-Hopping gemacht hätten. Nein, nein, wir haben auch zwei Punkte auf unserer Australien-to-do-Liste abgehakt, die schon längst überfällig waren. Zum einen waren wir zum ersten und einzigen Mal im Jahr 2011 im Meer schwimmen. Keine Ahnung, warum wir das nicht früher gemacht haben, aber irgendwie lockt uns das Meer in Sydney nur soweit an, dass wir am Rand sitzen und Eis essen, aber schwimmen gehen war irgendwie nicht dran. (Wahrscheinlich will ich einfach nicht meinen Kollegen begegnen, während ich im Bikini und so …) Das haben wir jetzt nachgeholt.

Jürgen und unser Grillgut

Und der zweite Punkt, der endlich mal erledigt werden musste, ist Grillen am Strand, denn das ist so unglaublich australisch, dass es an vielen Stränden vorinstallierte Grills gibt, die man einfach nur anschalten muss. Oft kostet das nicht mal was. Tagsüber waren die Grills meistens von indischen Großfamilien belegt und so haben wir an einem Abend im Abendrot gegrillt und sogar ein Beweisphoto gemacht.

wir am Strand - voll erholt

 

 

 

 

Nach den paar Tagen Sonne, Strand, indischem Essen, Rumlaufen, Schlafen, Lesen, Grillen und Schwimmen waren wir einfach so gut erholt, dass wir davon auch ein Bild machen mussten.

Mittlerweile hat uns der Alltag wieder und nachdem sich der Sommer hier gerade rar macht und wir mehr Regen als Sonne haben, sehen wir auch nicht mehr so unverschämt frisch aus, aber das haben wir jetzt mal nicht dokumentiert.

 

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Ausverkauf im Irrenhaus (7)

Wohnungsbesichtigung! Links am Hochspannungsmast vorbeipeilen. Da müssen wir hin!

Wohnungsbesichtigung! Links am Hochspannungsmast vorbeipeilen. Da müssen wir hin!

Mittwoch, 14. September
Es gab wieder eine Wohnung zu besichtigen. In der selben Straße, auf der selben Straßenseite, hundert Meter weiter den Berg hoch. Wir haben Jojo im Schlepptau, was gar nicht schlecht ist, denn wer nach Australien reist um Land und Leute kennenzulernen, sollte sich die Abgründe während einer Wohnungsbesichtigung nicht ersparen. Die Besichtigung verlief dann aber etwas untypisch. Der Termin ließ sich nur durch gezieltes Nachfragen in Erfahrung bringen und es warteten auch sonst keine Interessenten vor dem Haus, als wir dort gerade so rechtzeitig eintrafen. Dafür standen zwei junge Chinesen vor dem Haus, die hartnäckig die Klingel der anderen Wohnung im zweiten Stock betätigen. Sie schlüpften mit durch die Haustür, als endlich der Makler kam und aufschloss. Der hatte mit Klingeln auch keinen Erfolg. Eigentlich hatte er erwartet, die derzeitigen Mieter anzutreffen, die waren aber nicht da, entsprechend reagierten sie auch nicht auf Klopfen an der Wohnungstür.

Je weiter wir in die Wohnung vortrangen, desto mehr offenbarte sich uns das Chaos. Während das Wohnzimmer aufgeräumt und die Küche groß und geräumig waren, zeigte sich in den beiden Schlafzimmern, dass die Mieter entweder vergessen hatten, dass in ihrer Wohnung eine Besichtigung stattfinden soll, oder sie hatten es nicht mehr rechtzeitig vorher nachhause geschafft. In den Zimmern herrschte das Chaos. Die Schränke standen offen, Klamotten aller Art waren über Fußboden, Betten und Stühle verteilt. Das hinderte den Makler aber nicht, uns die Balkontür zu öffnen. Die Wohnung hat ebenfalls zwei Balkone, sie reichen fast komplett um die Ost- und Nordseite der Wohnung. Zersplitterte Zimmer- und Schranktüren würden noch repariert werden, versicherte er uns. Die defekten Fliesen im Eingangsbereich des Badezimmers werden ebenfalls noch geflickt.

Uns gefällt die Wohnung. Der Nordbalkon verspricht mehr Sonne ohne Straßenlärm, der Umzug dürfte ohne größere Schwierigkeiten zu bewältigen sein, schließlich ist es nicht weit. Die Küche bietet endlich Platz, eines der Schlafzimmer lässt sich als Arbeitszimmer verwenden. Natürlich gibt es auch Mängel. Das Treppenhaus ist sehr dreckig, die nächsten Häuser stehen sehr dicht und wer weiß, welche fiesen Mängel sich unter den Bergen von Unterwäsche und Schuhen noch verbergen?

Wir lassen uns die Bewerbungsunterlagen aushändigen. Je schneller wir die zurückbringen, desto besser, meinte der Makler.

Donnerstag,15. September
Auf dem Weg zum Sightseeing in der City bin ich am Morgen mit Jojo noch schnell beim Maklerbüro vorbei. Die Sekretärin war begeistert, als sie sah, dass sich da Deutsche um die Wohnung bewerben. Immerhin will sie am Freitag nach Düsseldorf fliegen und sie ist schon richtig aufgeregt.

Am Nachmittag klingelte Jules Telefon in meiner Hosentasche. Wir waren gerade unter der Nordseite der Harbour Bridge, befanden uns also quasi in einer großen Halle auf deren Dach auf acht Spuren Autos und U-Bahnen rasten. Kein guter Ort zum Telefonieren. Was ich verstand: Es war die Sekretärin des Maklerbüros und sie gratulierte mir dazu, dass wir die Wohnung bekämen. Im Anschluss erzählte sie mir noch jede Menge Dinge, die sie jeweils mit »Is this OK?« abschloss. Ich hatte sonst kein Wort verstanden, wusste dann aber wenigstens immer, wann ich »Yes, of course!«, »No worries!«, »No problem! Thank you!« zu sagen hatte. Immerhin hatte ich verstanden, dass sie mir das alles auch noch mal per Mail schicken wollte.

Fazit: Wir haben die Zusage für eine neue Wohnung. Und sie soll nur 25 $ mehr kosten als die bisherige, in der Woche, wohlgemerkt. Am 17. Oktober dürfen wir einziehen.

Donnerstag, 27. September
Das australische Mietrecht ist merkwürdig. Wer einen Mietvertrag abschließt, legt damit im Prinzip fest, dass er frühstens in einem Jahr wieder auszieht. Gleichzeitig kann dem Mieter in dieser Zeit die Wohnung nicht gekündigt werden. Ausnahmen gibt es für die Mieter, besispielsweise, wenn bei Mietantritt nicht erwähnt wurde – weil der Besitzer es da noch nicht wusste oder weil er es nicht verraten wollte – dass das Haus während der Vertragszeit verkauft wird. Dann hat der Mieter eine zweiwöchige Kündigungsfrist.

Vor zwei Wochen stand der Makler, der unser Haus zu verkaufen versucht, vor dem Balkon, so dass ich ihn gleich mal gefragt habe, wie das denn sei mit unserem Auszug, den er sich vermutlich schon seit Wochen wünscht.

- Wir sagen einfach zwei Wochen vorher bescheid und können dann ausziehen?

- Was? Nein. Gebt einfach euren Schlüssel ab und sagt mir dann bescheid. Das reicht.

Das klang unbürokratisch.

Trotzdem haben wir heute mal eine Mail an den Makler geschickt, der bei unserer jetzigen Immobilenfirma für den Verkauf der Wohnungen zuständig ist. Der darf ruhig wissen, dass wir demnächst ausziehen.

Mittwoch, 5. Oktober
Michelle, die Dame, die beim Immobilienmakler für die Vermietung unserer Wohnung zuständig ist, hat uns eine Mail geschickt. Sie habe gehört, wir wollten ausziehen, da müsse sie jetzt unbedingt den Termin wissen. Komische Frau. Wir können ohne Fristen einzuhalten ausziehen wann wir wollen, sie würde aber gerne zwei Wochen vorher den Termin wissen. Klingt nach einem Missverständnis. Wir haben ihr geschrieben, wir würden in der Woche, die mit dem 17. Oktober beginnt, ausziehen.

In der Garage ist aus alten Bettseitenteilen und einem massiven Kiefernbrett unter Zuhilfenahme von vier Rollen, die mal unter einen Schrank montiert waren, ein Rollbrett entstanden. Damit geht das mit den Umzugskartons ganz einfach. Die Umzugskartons füllen sich auch langsam. Erstaunlich, was sich in einem ¾ Jahr so an CDs, Büchern, Konserven, Möbeln und sonnstigen Hausrat ansammelt.

Montag, 17. Oktober
Die Kisten sind gepackt, der Makler kam höchstselbst zu unseren neuen Wohnung und überreichte uns Mietvertrag und Schlüssel zum neuen Heim. Die Schlüssel hat er alle nochmal durchgetestet und ja, mit etwas Geduld passten sie alle. (Die Frage schien nicht zu sein, ob die Schlüssel benutzbar sind. Es ging mehr darum, dass es die richtigen sind. Nicht, dass am Ende irgendwo welche fehlen.)

Die Wohnung war tatsächlich leergeräumt und oberflächlich gereinigt, unser Einzug konnte beginnen.

Mittwoch, 19. Oktober
Heute mussten wir die Schlüssel abgeben. Bis um zwölf mussten sie im Maklerbüro sein, sonst müssten wir für morgen auch noch Miete zahlen. Michelle hatte auf einen festen Termin bestanden und da wir dachten, dass zwei Tage für den Umzug reichen, haben wir uns auf den Mittwochmittag geeinigt. Mike, der »Sympath« der den Verkauf der Wohnung abwickeln soll, hat mich darum gebeten, ihm einen Satz Schlüssel im Briefkasten zu lassen, dann könne er nämlich gleich rein in die Wohnung.

Um 8 waren wir nochmal in der Wohnung, haben sie uns nochmal bei Tageslicht angeschaut und da alles sauber und ordentlich schien, haben wir die Putzsachen gepackt und ins Treppenhaus gestellt. Beim Blick aus dem Fenster fiel mir ein junger Mann auf, der unseren Briefkasten filzte. Was er denn suche, fragte ich ihn. Den Wohnungsschlüssel, sagte er. Der solle da im Briefkasten liegen, schließlich sollen sie jetzt mit der Renovierung beginnen. Die haben es ganz schön eilig, dachte ich mir. Wir sollen bis Mittag die Schlüssel abgeben und der erwartet ihn schon um kurz nach acht.

Davon unbeeindruckt packen wir unsere letzten Habseligkeiten, beim Rausgehen drücken wir ihm den Schlüssel in die Hand. Mit dem Herausreißen des frischgesaugten Teppichs hatten sie bestimmt schon begonnen, als wir die Haustür ins Schloss fallen ließen.

Die Schlüsselübergabe verlief unspektakulär. Der Empfangsdame im Immobilienbüro habe ich den verbliebenen Wohnungsschlüssel in die Hand gedrückt und sie hat sich wie ein kleines Kind darüber gefreut, dass ich ihn in einen mit der Adresse beschrifteten Umschlag gesteckt hatte.

– Sagen Sie, könnten Sie mir quittieren, dass ich Ihnen den Schlüssel rechtzeitig abgegeben habe?

– Nein, dafür brauchen Sie keine Quittung, das geht einfach so.

Aha. Da sind wir ja mal gespannt. Möge sie recht behalten.

Blick vom Balkon der neuen Wohnung hinters Haus

Blick vom Balkon der neuen Wohnung hinters Haus

Das Kapitel mit dem Ausverkauf des Irrenhauses ist damit geschlossen. Jetzt beginnt ein neues Kapitel in einer neuen Wohnung. Im Anbetracht der vielen Baumängel, Beschädigungen und dem schlechten Gesamtzustand der neuen Wohnung und der hartnäckigen Weigerung der Besitzer, diese Mängel zu beheben, weil sie viel lieber Miete kassieren, statt Geld in ihre Gebäude zu stecken, könnte es »Abgezockt im zweiten Stock« heißen.

PS: Die neue Adresse verraten wir gerne auf Anfrage. Wer es sich zutraut, kann sie sich auch selbst ausrechnen. Von der alten Adresse einfach »13/207 Blenheim Street« abziehen. Kürzen nicht vergessen …

Nachtrag
Inzwischen sind alle Wohnungen in unserem vorigen Haus verkauft. Die letzten (unteren) vier wohl von einer Immobilienfirma, die sie jetzt zu vermieten versucht. Mit 650$ bis du dabei. Der Betrag ist wöchentlich zu entrichten.

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Auf dem National Pass durch die Wentworth Falls

Wandern auf historisch bedeutsamem Terrain: Der Weg zu den Wasserfällen trägt den Namen Charles Darwins. Der war hier vor 175 Jahren auch schon unterwegs.

Wandern auf historisch bedeutsamem Terrain: Der Weg zu den Wasserfällen trägt den Namen Charles Darwins. Der war hier vor 175 Jahren auch schon unterwegs.

Der Weg folgt einem einsamen Bachlauf. Der ist so einsam, dass wir die Touristen-Darsteller für die Fotos selbst mitbringen mussten.

Der Weg folgt einem einsamen Bachlauf. Der ist so einsam, dass wir die Touristen-Darsteller für die Fotos selbst mitbringen mussten.

Eine gute Empfehlung, den Zaun nicht zu überklettern. Hilfreich ist auch das Foto.

Eine gute Empfehlung, den Zaun nicht zu überklettern. Hilfreich ist auch das Foto.

Denn beim Blick über den Zaun ist nicht zu erkennen, wie tief es nach unten geht.

Denn beim Blick über den Zaun ist nicht zu erkennen, wie tief es nach unten geht.

Vom Rocket Point aus nahmen wir den Wasserfall (ausschnittsweise) selbst in Augenschein.

Vom Rocket Point aus nahmen wir den Wasserfall (ausschnittsweise) selbst in Augenschein.

Auf einen Teil des National Passes konnten wir ebenfalls blicken.

Auf einen Teil des National Passes konnten wir ebenfalls blicken.

In den Blue Mountains westlich von Sydney liegt das kleine Örtchen Wentworth Falls, nahe gelegen bei den gleichnamigen Wasserfällen. Der Ort liegt auf einem riesigen Plateau, dem Kings Tableland, das aber durchschnitten ist von Canyons, in denen sich Wasserarme durch nahezu unberührten Urwald schlängeln. Das Wasser, das diese Schluchten durchzieht, stürzt an verschiedenen Stellen vom Plateau in die Tiefe, so auch an den Wentworth Falls.

Das ist ein spektakuläres Schauspiel, nicht nur weil da große Wassermassen unterwegs sind und diese insgesamt 187 Meter in die Tiefe stürzen. Den besonderen Reiz macht ein Wanderweg aus, der diesen (mehrstufigen) Wasserfall mehrfach kreuzt.

Der Ort Wentworth Falls liegt etwa 100 km von Sydney entfernt direkt am Great Western Highway und an der Eisenbahn, ist somit mit Bahn und Auto gleichermaßen erreichbar. Wir sind mit dem Zug gekommen, der zwar etwas langsam unterwegs ist, aber aufgrund der Verkehrsdichte in Sydney und des Tempolimits auf dem Highway dauert die Anreise mit dem Auto etwa genauso lange. Und Bahntickets sind spottbillig, wie sich rausstellen sollte.

Nahe des Bahnhofs beginnt der Darwin Walk, ein Pfad der entlang eines Bachs durch ein Naturschutzgebiet führt. Angeblich soll dort schon Charles Darwin unterwegs gewesen sein, lange vor der Veröffentlichung seiner Evolutions­theorie.

Im September waren wir dann auch dort unterwegs. Jojo war zu Besuch da und so folgten wir Darwins Spuren durchs Unterholz. Obwohl die Häuser des Ortes bis sehr dicht standen, war man plötzlich mitten in der Wildnis, folgte dem Bach durch Wasserfälle und Sümpfe, sah Echsen und Fische. Der Weg am Bach endete an einem Zaun, ein Schild empfahl, diesen nicht zu übersteigen, denn hinter dem Zaun gab es für uns eine gigantisches Aussicht über die Täler und für den Bach etliche Meter freier Fall. Wir standen an der Kante der Schlucht oberhalb der Wentworth Falls und hatten drei Optionen, der Wand der Schlucht nach Westen zu folgen: Der Overcliff Track führt an der Oberkante und gilt als leicht zu benutzen. Auf halber Höhe der Wand gibt es den sog. National Pass, einen weiteren Pfad, der als etwas anspruchsvoller gilt. Ein dritter Pfad, der Wentworth Pass führt am Fuß der Wand durch den Urwald. Ein Weg der allerdings nicht von Einzelpersonen benutzt werden soll und auch Gruppen sollten jemanden finden, der nicht mitläuft und sicherstellt, dass die Gruppe am anderen Ende des Walks auch wieder auftaucht. Der Weg ist nur mäßig befestigt und führt teilweise über Leitern und durch Bäche. Und eben durch den Urwald.

Der Weg zum Pass führt über zahllose Treppenstufen. Von der Tiefe trennt den Benutzer oft nur das Stahlrohr des Treppengeländers.

Der Weg zum Pass führt über zahllose Treppenstufen. Von der Tiefe trennt den Benutzer oft nur das Stahlrohr des Treppengeländers.

Wir haben uns für den National Pass auf halber Höher entschieden, bestiegen aber zunächst noch den Rocket Point, einen Aussichtspunkt am Ende des Darwin Walks, und hatten so einen Blick auf das ganze Ausmaß des Wasserfalls  – und auf andere Touristen, die sich den Wasserfall vom Wentworth Falls Look Out aus ansahen.

Der Beginn des Wegs selbst bestand aus in den Fels gemeißelten Treppenstufen. Der Weg entstand am Anfang des 20. Jahrhunderts in mühevoller Handarbeit und ist weitgehend im Originalzustand erhalten. Das Geländer wurde zwischenzeitlich ersetzt, ein paar Steine wurden getauscht, aber der Rest ist noch wie damals.

Stufe für Stufe wurde Anfang des 20. Jahrhunderts mit Hammer und Meißel in den Fels geschlagen.

Stufe für Stufe wurde Anfang des 20. Jahrhunderts mit Hammer und Meißel in den Fels geschlagen.

Direkt am Wasserfall führt die enge Treppe in die Tiefe und schon bald kreuzt der Weg eine große Stufe, auf die das Wasser niederprasselt. Felsblöcke führen durchs klare Wasser rechter Hand stürzt das Wasser die Wand herunter, linker Hand verschwindet es in der Tiefe.

Der weitere Weg orientierte sich sehr an den Möglichkeiten, die die Landschaft hierzu bot. Treppauf, treppab ging es durchs Gehölz, gut fünfzig Meter verliefen durch eine maximal 1,80 m hohe waagrechte Felsspalte, immerwieder tröpfelte oder plätscherte von der Oberkante der Schlucht Wasser auf den Weg. Auch die ebenen Teile des Weges waren sehr abwechsungreich, führten mal durch dichten Wald, mal durch spärlich bewachsene Kiesflächen.

Wir kreuzen den Wasserfall und entdecken einen riesigen Süßwasserkrebs. Wie kommt der hierher?

Wir kreuzen den Wasserfall und entdecken einen riesigen Süßwasserkrebs. Wie kommt der hierher?

Der Wiederaufstieg zum Plateau ist ebenfalls spektakulär aber nicht so steil wie der Abstieg. Auch hier gibt es zahlreiche Wasserfälle, Felsen, Treppenstufen und Aussichtspunkte, das alles ist aber auf eine längere Strecke verteilt.

Der Weg zurück zum Ausgangspunkt ist eher unspektakulär und führt entweder über den Short Cut Track zur Picnic Area am Ende des Darwin Walks oder direkt durch den Ort zum Bahnhof.

Die Beschaffenheit des Bodens änderte sich sehr häufig.

Die Beschaffenheit des Bodens änderte sich sehr häufig.

In der Regel aber ging es links und rechts des Weges steil nach oben oder unten.

In der Regel aber ging es links und rechts des Weges steil nach oben oder unten.

Und immer wieder sind gigantische Aussichten zu erblicken. Und kaum mehr Menschen als die, die man selbst mitgebracht hat.

Und immer wieder sind gigantische Aussichten zu erblicken. Und kaum mehr Menschen als die, die man selbst mitgebracht hat.

Der Reiseführer empfiehlt, für den National Pass 4 Stunden einzuplanen, für den Darwin Walk eine weitere. Beide Wege sind auch schneller zu bewältigen, aber man sollte sich Zeit nehmen und am besten früh am Tag starten.

Festes Schuhwerk ist hier unentbehrlich, mitnehmen sollte man zudem Sonnenschutz, Essen und Wasser. Stell außerdem sicher, dass die Batterien deiner Kamera voll sind und genug Platz auf deiner Speicherkarte frei ist. :-)

Auch beim Wiederaufstieg: Wasser, Wasser, Wasser.

Auch beim Wiederaufstieg: Wasser, Wasser, Wasser.

Mich hat der Weg tief beeindruckt. Zum einen die überwältigende Landschaft mit ihren Wasserfällen, ihren mehrere hundert Kilometer weite Ausblicke, ihrer üppigen Pflanzen- und Tierwelt. Und nicht zuletzt die Leistung derer, die sich mit Hammer und Meißel aufgemacht haben, einen Wanderweg in den Fels zu hauen.

Viele Hinweistafeln berichten vom Bau der Strecke.

Viele Hinweistafeln berichten vom Bau der Strecke.

Wer auch immer einen Tag in Sydney zu verbringen hat, sei dieser Fleck sehr ans Herz gelegt. Die Oper und diese Brücke daneben sehen im Original genauso aus wie auf den zahllosen Postkarten. Die Wentworth Falls und der National Pass beeindrucken nur dann, wenn man tatsächlich dort ist.

Züge fahren stündlich ab Central, Tickets kosten für die einfache Fahrt unter 8,– $, Studenten zahlen die Hälfte.

Luftaufnahmen von der Gegend finden sich bei GoogleMaps.

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Und warum kommt jetzt Salz ins Brot?

Senfkörner, Linsenhälften, Curryblätter, Zwiebel, Koriander, Chili, Kurkuma, Dill, Ingwer und Knoblauch, Salz und ein guter Schluck Öl. Nicht im Bild: geviertelte Pellkartoffeln.

Senfkörner, Linsenhälften, Curryblätter, Zwiebel, Koriander, Chili, Kurkuma, Dill, Ingwer und Knoblauch, Salz und ein guter Schluck Öl. Nicht im Bild: geviertelte Pellkartoffeln.

Das Öl muss die richtige Temperatur haben. Nicht so heiß, dass es raucht, aber heiß genug, dass die Senfkörner (erste Zutat) leise blubbern und ihren Duft entfalten.

Das Öl muss die richtige Temperatur haben. Nicht so heiß, dass es raucht, aber heiß genug, dass die Senfkörner (erste Zutat) leise blubbern und ihren Duft entfalten.

Eine gute Frage, die Ajoy da während des Indisch-Kochkurses gestellt hat. Wie gesagt, Ajoy stellt die Frage schon seit zwölf Jahren den Teilnehmern seiner Kochkurse, und die gesuchte Antwort war nie dabei. Auch aufgrund von Jules Artikel kam nicht die gesuchte Antwort. Das ist nicht schlimm, denn natürlich behalten wir das Kochbuch, das ich für die richtige Antort bekommen hatte und das wir für eine richtige Antwort gerne weitergeschenkt hätten auch selbst. Selbstverständlich braucht man das Salz für den Geschmack (das wussten auch im Kurs alle). Die gesuchte Antwort war aber: Salz ist für eine knusprige Kruste erforderlich. Und das KANN so ein Australier natürlich gar nicht wissen. Hätte Ajoy die Frage andersrum gestellt – »Was braucht man um knuspriges Brot zu bekommen?« – hätte die häufigste Antwort vermutlich »Einen Toaster!« gelautet. Das ist auch nicht verkehrt, aber irgendwie doch zu naheliegend.

Jedenfalls als Trostpreis und Dankeschön fürs Mitmachen gibt’s jetzt ein Rezept aus dem Indisch-Kochbuch. Viele Zutaten werden die meisten nicht im Schrank haben, die Anschaffung lohnt aber.

Dillkartoffeln indisch (Urulakizhangu soyikerrai variyal)

Zutaten:

750 g Chat-Kartoffeln,
ungeschält
Die Sorte ist hier sehr populär, aus Deutschland kenne ich die nicht. Aber kleine, festkochende Kartoffeln (z.B. Salatkartoffeln) sind eine gute Wahl.
90 ml Pflanzenöl Das ist ne Menge, in der indischen Küche aber durchaus üblich.
1 Teelöffel Senfsaat,
schwarz oder braun
1 Teelöffel Trocken-Linsen, gespalten optional (duften im heißen Öl ein wenig wie Popcorn)
10 frische Curryblätter Gibts hier im asiatischen Supermarkt und in gut sortierten Gemüseläden
1 braune Zwiebel,
fein geschnitten
1 Esslöffel Koriandersaat, zerstoßen
1 Teelöffel Chilli-Pulver
½ Teelöffel Kurkuma (Gelbwurz) Sorgt einerseits für eine schöne Farbe, verhindert andererseits die Oxidation des Essens
30 g frischen Dill,
fein geschnitten
1 Teelöffel frischen Ingwer,
gerieben
1 Teelöffel frischen Knoblauch,
fein gehackt
1 Teelöffel Salz
Kurkuma (oder auch Gelbwurz, engl.: Tumeric) sorgt für eine satte gelbe Farbe.

Kurkuma (oder auch Gelbwurz, engl.: Tumeric) sorgt für eine satte gelbe Farbe.

Sobald der Dill die Farbe leicht verändert, kommen noch Knoblauch, Ingwer und Salz in die Pfanne. Fehlen nur noch ...

Sobald der Dill die Farbe leicht verändert, kommen noch Knoblauch, Ingwer und Salz in die Pfanne. Fehlen nur noch ...

... die vorgekochten und inzwischen gepellten Kartoffeln. Und dann: herzhaft losgabeln! Guten Appetit!

... die vorgekochten und inzwischen gepellten Kartoffeln. Und dann: herzhaft losgabeln! Guten Appetit!

Die Gewürze gibts im Gewürz- oder Asia-Laden. Aber vielleicht auch im gut sortierten Supermarkt. Dill, Ingwer, Knoblauch, Zwiebeln und Curryblätter müssen frisch sein.

Die Kartoffeln werden weichgekocht, geviertelt und gepellt.

In der Zwischenzeit kann alles andere vorbereitet werden. Wenn das Öl heiß ist, muss alles griffbereit sein. Dill und Curryblätter nach dem Waschen gut abtropfen lassen.

In einer Pfanne wir das Öl auf über mittlere Hitze gebracht. Es darf noch nicht rauchen, muss aber kurz davor sein. Dann kommen alle Zutaten in der beschriebenen Reihnfolge ins Öl, allerdings bekommt jede Zutat einen Moment Zeit, sich im Öl zu entfalten. Mit jeder Zutat steigt eine neue Duftwolke auf, die halbwegs verflogen sein sollte, ehe die nächste Zutat folgt. Den Zwiebeln geben wir 4–5 Minuten Zeit, bis sie anfangen golden zu werden. Währendessen reduzieren wir die Hitze etwas, denn der Dill liebt es nicht so heiß. Ehe wir danach mit Ingwer und Knofi weitermachen, warten wir, bis der Dill beginnt, seine Farbe zu verändern.

Nach dem Salz kommen die Kartoffelviertel in die Pfanne und werden in den Gewürzen gewendet.

Als Beilage werden im Kochbuch Reis oder Tomatensalat empfohlen, wir haben die Dillkartoffeln bisher immer ohne Beilage gegessen.

Wertung: Sechs von fünf möglichen Punkten.

Was meint ihr?

(Quelle: Regional Indian Cooking, Ajoy Joshi, Alison Roberts, Lansdowne Publishing Pty Ltd)

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Factory outlet

Letztes Wochenende haben wir eine Tour zum neuen IKEA gemacht, der hier Anfang November eröffnet wurde und viel näher für uns ist. Und nachdem wir in unserer neuen Wohnung nicht so viel Platz in den Einbauschränken haben, brauchten wir noch ein paar Regale. Also, Busverbindung rausgesucht und losgegondelt. Der Bus zum IKEA fährt durch ein größeres Gewerbegebiet und wir haben uns gewundert, warum überall große Reisebusse am Straßenrand standen und Gruppen von Frauen mit Namensanhänger um vor irgendwelchen Lagerhallen warteten. Das klärte sich aber schnell, denn in den Lagerhallen fanden Spezialverkäufe von Schuhen und Klamotten statt und da kann es schon mal vorkommen, dass man Frauen, die bis unter die Nase mit Plastiktüten voller Schuhe bepackt sind, die Straße entlang wanken sieht.

Der IKEA an sich bot dann einen vertrauten Anblick – ein australischer IKEA sieht halt genauso aus wie ein IKEA in Deutschland. Wir hatten das Gerücht gehört, dass es in diesem IKEA neben dem Kinderland, in dem man seine Kinder abgibt, um in Ruhe Möbel gucken gehen zu können, auch ein Männerland gibt, in dem die Frauen ihre Männer für eine Runde Computer zocken abgeben können. Die Existenz dessen können wir bisher nicht bestätigen, aber vielleicht ist das auch gleich direkt unten in der Tiefgarage, damit die Männer auch ihr eigenes Auto im Blick behalten können beim Playstation spielen. Schad eigentlich … hätt ich mir gerne mal angeschaut.

Dafür spielte aber im Restaurant eine lustige Musikcombo und wir konnten Köttbullar und Salat bei Swing-, Dixiland- und Star-Trek-Klängen von einem Trompeten-Posaunen-Gitarren-Trio genießen.

Abgesättigt mit schwedischen Möbel- und Lebensmittelspezialitäten haben wir dann erstmal den Bus nach Hause verpasst und nachdem der nächste erst in 30 Minutn kommen sollte, haben wir beschlossen, bis zur Haltestelle, an der wir sowieso umsteigen mussten, zu laufen. Das ging entlang einer wenig lauschigen Straße mit viel Verkehr mitten durch ein Gewerbe-/Industriegebiet. Plötzlich roch es irgendwoher unglaublich stark nach Karamel – bisschen deplaziert irgendwie. Während wir noch schnupperten, woher dieser krasse Geruch kommen könnte, kamen wir an einem Gebäude vorbei, vor dem zwei Reisebusse parkten. Man konnte durch ein Rolltor reinschauen und da standen schon wieder sehr viele Frauen an meheren Kassen an und bezahlten körbeweise Süßigkeiten. Denn in dem Gebäude, an wir an einem normalen Tag einfach so vorbei gelaufen wären, ist eine Süßigkeitenfabrik und auch hier fand heute ein factory outlet statt. Das wollten wir uns natürlich mal ansehen, aber vorne durch den Kassenbereich durften wir nicht rein. Statt dessen lotste uns die Kassiererin zu einer Seitentür an der wir an einem normalen Tag noch viel mehr einfach vorbei glaufen wären, als am Rest des Gebäudes. Also, wir da rein in unseren ersten Süßigkeiten-factory-outlet. Und da gabs wirklch alles: Weingummis und karamelisierte Nüsse, Chips, Wasabis, Schokolade ohne Ende, besonders in Weihnachtsverpackungen, getrocknetes Obst, natürlich auch Karamellen und vor allem unglaublich viele Frauen mit unglaublichen Mengen Kram in den Körben. Hier ist, was ich mir mitgenommen hab (klar, konnte ich da nicht ganz widerstehen):

Süßkram aus dem factory outlet

Damit ist das Rätsel um den Karamelgeruch gelöst und es bleibt nur die Frage: was haben die ganzen Männer zu den factory-outlet-Frauen eigentlich den ganzen Tag gemacht. Denn im IKEA-Männerland können sie ja nicht abgegeben worden sein.

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Ausverkauf im Irrenhaus (6)

Donnerstag, 18. August 2011
Um sieben Uhr begannen die Bauarbeiten in Isabelles Wohnung. Unter unserm Balkon parkten sie einen Muldenlaster und begannen, Isabelles Hausrat aus dem zweiten Stock auf die Ladefläche des Lasters zu werfen. Das begann mit Möbelstücken aller Art, als der Teppich freigeräumt war folgte auch dieser. Parallel wurde das Badezimmer demontiert, auch der hierbei entstandene Bauschutt wurde ungeachtet des herrschenden Sturms vom Balkon in die Mulde gekippt. Fasziniert von diesem Schauspiel wagte ich mich mit der Kamera in der Hand auf den Balkon und es dauerte gar nicht lange, und eine Jalousie schlug mir ins Gesicht. Die hatten sie zwar im hohen Bogen in Richtung Container geworfen, allerdings hatte sich eine der unzähligen daran befestigten Kordeln beim Abwurf verfangen und so pendelte das ganze eine Etage tiefer in den Balkon, wo gerade ein unbeteiligter Nachbar sinnlos rumstand und nicht glauben konnte, was da passiert.

Samstag, 27. August 2011
Das Ende unserer Zeit in unserer Wohnung ist absehbar. Im Januar läuft unser Mietvertrag aus und es ist komplett unwahrscheinlich, dass wir unsere Wohnung nach einem Verkauf weiterhin zu den bisherigen Konditionen nutzen dürfen. Zudem hat die Wohnung Nachteile, die erst im Laufe der Zeit offenbar wurden. So ist eine Wohnung mit Fenstern nach Norden im Winter sicher wärmer, ohne im Sommer wesentlich heißer zu sein, da die Sonne fast senkrecht vom Himmel brennt. Um wieder ein bisschen in Stimmung zu kommen, haben wir heute ein paar Wohnungen angeschaut. Es gab ein großes Angebot, über die einschlägigen Websites hatten wir schnell eine Besichtigungs-Route erstellt.

Da wir inzwischen ein paar Erfahrungen mit Wohnungen in Randwick gesammelt haben, sind uns die Mängel in den Wohnungen gleich aufgefallen. Neben einer Wohnung war der Beginn einer Großbaustelle zu erkennen, eine weitere Wohnung schreckte durch beschlagene Scheiben und Schimmelflecken rings um die Lüftungsschlitze auf. Viele Wohnungen waren aber einfach nur dunkel, der Straße zugewandt, in Südlage, schlicht hässlich oder alles zusammen. Für uns ist das kein Problem. Wir haben ja noch Zeit.

Samstag, 3. September 2011
Heute haben wir wieder Wohnungen besichtigt. Die Liste war kürzer, denn die große Auswahl im Internet beinhaltete einige Wohnungen, die die Makler beim letzten Mal nicht losgeworden waren.

Das Haus in der St. Luke Street. Kleine Balkone, die aber in Richtung Norden. Unser neues Zuhause?

Das Haus in der St. Luke Street. Kleine Balkone, die aber in Richtung Norden. Unser neues Zuhause?

Hier steht Davids und Trudys Umzugslaster. Links die Hauswand, hinter dem Heck unser Balkon, rechts der Zaun des Nachbarn.

Hier steht Davids und Trudys Umzugslaster. Links die Hauswand, hinter dem Heck unser Balkon, rechts der Zaun des Nachbarn.

Samstag, 10. September 2011
Wir sind fündig geworden! Wir haben eine geräumige Wohnung in Coogee entdeckt. Sie hat zwar nur einen klitzekleinen Balkon, den aber auf der Nordseite. Die Räume sind hell und sauber, die Küche ist größer und mit schwarzem Granit ausgestattet. Die Wohnung liegt näher zum Strand, allerdings ist sie dadurch auch weiter entfernt von der Uni. Auf diese Wohnung werden wir uns bewerben! Allerdings sind unsere Chancen nicht so gut, da es mindestens acht weitere Bewerber gibt. Morgen kommt uns Jojo besuchen. Der freut sich bestimmt, wenn er uns schon am kommenden Wochenende beim Umzug helfen kann …

Die Besichtung war übrigens mit einem Hindernis verbunden. Trudy, David und Richard sind heute ausgezogen und ihr Umzugswagen war dermaßen exakt in die Einfahrt eingepasst, dass ich (zu Fuß!) nicht dran vorbeikam. Der Fahrer selbst war aus dem Fenster des Fahrerhauses auf den Zaun des Nachbarhauses geklettert. Die Tür des LKW ließ sich nicht öffnen. Zum Glück waren sie gerade dabei die letzten Möbelstücke zu verpacken als wir loswollten.

Dienstag, 13. September 2011
Die Immobilienfirma informiert uns darüber, dass wir die Wohnung nicht bekommen. Einen möglichen Grund findet Julia in ihren Bewerbungsunterlagen. Nach dem Einkommen wurde im Formular gefragt. Doch da sie das Gehalt im Zweiwochentakt bekommt, hat sie nicht wie im Formular erwartet ihr Monatsgehalt angegeben, sondern eben das für zwei Wochen. Das hat unser Gesamteinkommen natürlich stark geschmälert, was auch dadurch nicht besser wurde, dass ich mein wöchentliches Einkommen genannt habe, was eben leider auch nur ein Viertel meines Monatseinkommens ist. (Ich fand das naheliegend. Was interessiert die mein monatliches Einkommen wenn die wöchentlich Miete kassieren?)

Wer unsere Angaben ernst genommen hat, konnte nur zu dem Ergebnis kommen, dass wir uns die Wohnung nicht leisten können.

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Zurück zur Natur

Die Versuchsanordnung: Ein neuwertiger Audi in urbanem Umfeld, viel Sonne, viel Wind.

Die Versuchsanordnung: Ein neuwertiger Audi in urbanem Umfeld, viel Sonne, viel Wind, stoßweise Regen.

Die Zeiten, als Autos noch fürs Waldsterben verantwortlich gemacht werden konnten, sind vorbei. Längst ist die Luft, die aus den Auspuffen strömt so frisch und gesund, dass mancher sie am liebsten zur Lufterfrischung benutzen würde, aber leider ist dann wieder das Badezimmer zu klein und dann gibts doch wieder nur Kloreiniger und Pinkelsteine. Jedenfalls, heutzutage ist vielleicht noch ein bisschen das Klima ein Thema, CO2, solche Sachen, aber da gibts auch die einen die sagen so, die anderen so.

Andere Fragen zum Thema Auto und Umwelt bleiben dabei komplett unausgesprochen: Wie lange dauert es eigentlich, bis so ein Auto kompett verrottet ist, wenn man es normalen Umwelteinflüssen aussetzt? Bei Joghurtbechern gibt es dazu Schätzungen. Aber Autos? Wenn wir alle schlagartig tot umfallen, fluchtartig die Städte verlassen oder die Autoschlüssel plötzlich nicht mehr passen: Was wird aus den ganzen Gefährten, die jetzt noch glänzend unsere Straßen schmücken? Wann sind sie so weit verwest, dass dort wieder Bäume wachsen?

Auf Achse: Die Spinnen waren das erste äußerliche Anzeichen unseres Renaturierungsversuchs.

Auf Achse: Die Spinnen waren das erste äußerliche Anzeichen unseres Renaturierungsversuchs.

Selbst rings um den Auspuff: Flora, Fauna – kurz: Leben!

Selbst rings um den Auspuff: Flora, Fauna – kurz: Leben!

Auch die Kombination aus Firmenlogo und Kühlergrill bietet ideale Lebensbedingungen für Spinnen. Leider tragen die nicht zur Zersetzung bei, sondern verhindern diese eher.

Auch die Kombination aus Firmenlogo und Kühlergrill bietet ideale Lebensbedingungen für Spinnen. Leider tragen die nicht zur Zersetzung bei, sondern verhindern diese eher.

Um das rauszufinden, haben wir uns ein Auto besorgt (Audi, dunkelblau) und ihn mal vors Haus gestellt. Pralle Sonne, prasselnder Regen – ideale Bedingungen also. Schon fast zu ideal. Denn um herauszufinden, wie lange der Verfall in anderen Städte mit milderem Frühling und lauerem Herbst dauert, müssen wir sicher noch ein paar Jahre aufschlagen.

Vom Balkon aus ist das Experiment gut zu verfolgen, und jetzt wo wir umziehen, ist es vielleicht auch mal an der Zeit eine kleine Zwischenbilanz zu ziehen. Schließlich können wir das Auto ja nicht mitnehmen, da das einen zu starken Einfluss auf die Versuchsumgebung hätte.

Nach einem knappen ¾ Jahr ist das Auto als solches noch gut zu erkennen, es glänzt sogar noch, aber die ersten Spuren von Renaturierung sind natürlich unübersehbar.

Tierbefall
Rein äußerlich ist die Anwesenheit von Spinnen festzustellen. Auch eine auf den ersten Blick völlig glatte, fast wie abgeleckt wirkende Oberfläche wie die des Audis bitete für diese Nischen liebenden Tiere einige Anhaltspunkte zur Befestigung ihrer Netze. So hat der Auspuff seinen toxischen Anschein nun endgültig verloren. Auch zwischen Rad und Radkasten befinden sich ideale Brutstätten, ebenso rings ums am Kühler befestigten Firmenlogo (OOOO).

Zwischenergebnis: Die Spinnen alleine werden es nicht bringen. Zum einen sind sie bisher nicht in der Lage, ins Fahrzeuginnere einzudringen (durch den Auspuff kommt man glaub ich nicht weit), zum anderen verlangsamen handelsübliche Spinnen den Verwesungsprozess eher, da sie die Entwickung wirklich hilfreicher Tiere (Käfer, Maden …) eher verhindern.

Aufnahmen im Innenraum sind schwierig. Da der Versuchsaufbau möglichst nicht beeinflusst werden soll, müssen wir durch die Scheibe fotografieren.

Aufnahmen im Innenraum sind schwierig. Da der Versuchsaufbau möglichst nicht beeinflusst werden soll, müssen wir durch die Scheibe fotografieren.

Ohne Moos nichts los: Während des verfall scheinen sich die haptischen Eigenschaften des Lenkrads zwischenzeitlich sogar zu verbessern.

Ohne Moos nichts los: Während des Verfall scheinen sich die haptischen Eigenschaften des Lenkrads zwischenzeitlich sogar zu verbessern.

Pilzbefall
Da wir die Scheiben vorsorglich hochgekurbelt haben, hält sich die Luftfeuchtigkeit im Fahrzeuginneren prächtig und führt zu ebensolchen Lebensbedingungen für Pilze, Moose und Flechten. Diese befinden sich noch in einem Anfangsstadium, haben aber schon jetzt deutliche Fortschritte gezeigt. Die Sitze zeigen schon deutliche Schimmelflecken und auch auf dem Lenkrad sind erste Anzeichen des moosbestandenen Waldes anzumerken, der sich hier demnächst wieder ausbreiten wird.

Zwischenergebnis: Beim Abstellen des Fahrzeugs unbedingt auf geschlossene Fenster achten und auch die Lüftung ausstellen. Die Wirkung von Kondenswasser sollte nicht unterschätzt werden.

Sonstige Umwelteinflüsse
Ab und zu kommt jemand vom Ordungsamt (sog. »Ranger«) vorbei und klebt gelbe Aufkleber auf die Frontscheibe, auf denen steht, dass sie uns die Kiste demnächst abschleppen werden. Die werden zwar auch regelmäßig, von wem auch immer, wieder entfernt, dafür tauchen aber andere Aufkleber auf, angebracht von Firmen, die versprechen, für ungewollte Autos viel Geld bezahlen zu wollen. Aber die haben es einfach nicht begriffen.

Menschliche Einflüsse: Solange es Menschen gibt, die die Schilder, die andere aufkleben auch wieder abmachen, entsteht kein messbarer Einfluss auf die Versuchsanordnung.

Menschliche Einflüsse: Solange es Menschen gibt, die die Schilder, die andere aufkleben, auch wieder abmachen, entsteht kein messbarer Einfluss auf die Versuchsanordnung.

Sturm, Wind, Regen, Erdbeben und Tsunamis waren bisher nicht so schlimm, dass sie zu messbaren Veränderungen geführt hätten, Reaktorkatastrophen und das Bersten von Staudämmen ist nicht zu erwarten. Zum einen gelten Reaktoren wie Staustufen ja allgemein als sehr sicher, zum anderen gibt es hier sowas gar nicht.

Zwischenergebnis: Da hier das Anzünden von Fahrzeugen offensichtlich nicht zum allgemeinen Brauchtum gehört, können wir davon ausgehen, dass der menschliche Einfluss auf den Verfall unterhalb der Nachweisbarkeitsgrenze bleiben wird. Klimatische Einwirkungen können langfristig aber durchaus Folgen haben.

Unterm Strich
Es bleibt spannend! Wir kümmern uns jetzt erstmal um den Umzug. Denn bis aus dem Audi mal Torf wird, das kann noch dauern. Aber wir bleiben dran!

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Ausverkauf im Irrenhaus (5)

In mühsamer Handarbeit wird Eimer für Eimer, Meter für Meter, der Zwischenraum zwischen dem frischgereinigten Betonboden und dem baufälligen Zaun des Nachbarn aufgefüllt.

In mühsamer Handarbeit wird Eimer für Eimer, Meter für Meter, der Zwischenraum zwischen dem frischgereinigten Betonboden und dem baufälligen Zaun des Nachbarn aufgefüllt.

Dienstag, 9. August 2011
Der Vorarbeiter hat begonnen, den frisch gelieferten Kies zwischen Zufahrt und Zaun zu verteilen, da war immer ein hässlicher Erdstreifen. Auch auf den anderen Flächen wurde Kies verteilt.

Mittwoch, 10. August 2011
Ich musste herausfinden, dass es sehr schwierig ist, konzentriert zu arbeiten, während nur zwei Stockwerke weiter oben Arbeiter damit Beschäftigt sind, mit schweren Hämmern Fliesen von der Wand zu dreschen. Oder haben die die Durchgänge verbreitert?

Genervt vom Gewummer, das zufällig genau dann unterbrochen wurde, als ich mich endlich zu einer Mittagspause entschloss, habe ich am Nachmittag mal bei Isabelle, der Dame im Stockwerk über uns, reingeschaut. Die Tür stand offen, in der Ecke des Wohnzimmers saß einigermaßen erledigt die Mieterin, ringsum herrschte Chaos, in dem fünf Frauen, Verwandte und Kolleginnen der Dame, Regie führten. Mein Hinweis, dass ihre Garage derzeit nicht zugeparkt sei, sorgte allgemein für Aufhorchen, schließlich galten die Autos der Handwerker als Hauptgrund dafür, dass sich die Bemühungen, die Wohnung aufzulösen, nicht auf den Unrat in der Garage erstreckten. Doch zunächst galt es eine große Zahl prall gefüllter Müllsäcke durchs Treppenhaus zu schleifen und zu den überfüllten Mülltonnen zu stellen.

Um ihre Immobilien an den Mann zu bringen, haben sie sich farbige Hochglanzprospekte drucken lassen.

Um ihre Immobilien an den Mann zu bringen, haben sie sich farbige Hochglanzprospekte drucken lassen.

Damit sich potentielle Kunden gleich wie zuhause fühlen, stehen in den Wohnungen große Fernsehatrappen. Zu sehen: Die Oper und die Harbour Bidge – alles wie zuhause.

Damit sich potentielle Kunden gleich wie zuhause fühlen, stehen in den Wohnungen große Fernsehatrappen. Zu sehen: Die Oper und die Harbour Bidge – alles wie zuhause.

Endlich renoviert: Das Badezimmer.

Endlich renoviert: Das Badezimmer.

Will man da nicht sofort einziehen? Ein gemachtes Bett mit hübscher Dekoration. Auf dem Balkon laden Stühle zum Verweilen in der Sonne ein. Von dort hat man eine gute Sicht auf den Parkplatz und die Mülltonnen.

Will man da nicht sofort einziehen? Ein gemachtes Bett mit hübscher Dekoration. Auf dem Balkon laden Stühle zum Verweilen in der Sonne ein. Von dort hat man eine gute Sicht auf den Parkplatz und die Mülltonnen.

Die Mülltonne wurden inzwischen so gründlich versteckt, dass sie selbst vom Hof aus kaum zu sehen sind. Aber wer sie findet, entdeckt auch die ausklappbaren Wäscheleinen, die sie direkt neben den Tonnen an die Hauswand gedübelt haben.

In Isabelles sagenumwobenen Garage, nach ihren Worten angefüllt mit all dem Zeug ihres früheren Freundes, der irgendwann abgehauen sei, ohne je Miete gezahlt zu haben und auch ohne sein Geraffel aus der Garage wieder mitzunehmen, setzte sich das Schauspiel später fort. Isabelles Helferinnen haben sich getraut, das Tor zu öffnen und da gab es wirklich eine bunte Mischung, teilweise sehr sorgfältig eingelagerter, Nutzlosigkeiten. Plastikboxen und Säcke mit Kleidung, Möbel, Elektrogeräte, ein Wickeltisch, eine Truhe mit Plüschtieren, bergeweise Schuhe und auch einige Backsteine. Ich fischte mir zwei solide Kiefernbretter aus dem Plunder und alle waren sicher, Isabelle würde sie nicht vermissen.

Vis-à-vis zu unserer Wohnung ist ein weiterer Show-Room entstanden. Waynes Wohnung ist jetzt mit neuem Bad und neuem Teppich, ausgestattet mit dunklem Antik-Look-Möbeln, wieder vorzeigbar. Vielleicht gelingt es mir am Samstag, eine kleine Inspektion vorzunehmen, während sich der Makler (wie letzten Samstag) vor dem Haus in die Sonne stellt, um auf mögliche Kunden zu warten. Dann werden wieder alle Türen im Haus offen stehen.

Samstag, 13. August 2011
Mike, der »sympathische« Makler passte uns auf dem Weg zum Bus ab. Er fragte uns, ob wir Interesse hätten, eine der Wohnungen zu mieten, wenn sie verkauft sind und ein Käufer einen Mieter sucht. Die Frage zielte für ihn natürlich darauf ab, einem potentiellen Käufer zu sagen, dass es sogar schon Mietinteressenten gibt. Die im Norden (Sonnenseite!) im zweiten Stock würden wir schon nehmen, allerdings ist die derzeit noch bewohnt. Gut, sagte er, allerdings würde die Miete vermutlich steigen, von knapp 500$ auf 550–580$ – in der Woche wohlgemerkt.

Montag, 15. August 2011
Nicht nur an Samstagen werden Wohnungen besichtigt, auch sonst erscheinen Interessenten, die mit einem Angestellten der Immobilienfirma durchs Haus gehen. Gegen Mittag klopfte es an der Tür. Ein Herr nebst junger Dame stand im Treppenhaus, outete sich als Kaufinteressent und stellte mir ein paar Fragen zum Haus, zur Gegend, zur Nachbarschaft, wer kauft schon die Katze im Sack? Dann wollte er noch wissen, was man denn so an Miete zahlt im Haus. 500 $, sagte ich ihm, alle anderen hätten bis zuletzt 400 $ bezahlt. Das erstaunte ihn. Der Verkäufer hatte ihm versichert, die Miete läge schon jetzt bei 600 $.

Isabelle, die Dame über uns, hatte Besuch von einem Ehepaar. Bill ist Ingenieur und arbeitete bis zu seiner Pensionierung an der Uni, heute half er mit seiner Frau bei Isabelles Umzug. Zu zweit trugen wir eine alte Kommode zu deren Auto, anschließend half mir Bill, ihren nicht mehr benötigten riesigen Wohnzimmertisch in unsere Garage zu stellen. Die passenden Stühle wollte ich nicht haben, schließlich will ich den Tisch als Werkbank benutzen. Ob man sich beim Arbeiten denn nicht auch mal hinsetzen müsste? Nein. Muss man nicht. Nicht wenn die Stuhllehnen mit weiß-schwarz-braunem Flecktarnplüsch im Stil der 70er bezogen sind. Da steht man lieber.

Morgen, so vereinbarte ich mit Isabelle, geht’s weiter.

Die Garage sieht eigentlich ganz übersichtlich aus. Der verfallene Wickeltisch (Bildmitte) war schnell auf dem Müll, ebenso der Heimtrainer. Für das Stahrohrbett nebst verschimmelter Matratze und daraufliegendem Couch-Tisch (rechts) fand sich sogar noch ein Interessent. Die Plastikkisten hatten es allerdings in sich.

Die Garage sieht eigentlich ganz übersichtlich aus. Der verfallene Wickeltisch (Bildmitte) war schnell auf dem Müll, ebenso der Heimtrainer. Für das Stahrohrbett nebst verschimmelter Matratze und daraufliegendem Couch-Tisch (rechts) fand sich sogar noch ein Interessent. Die Plastikkisten hatten es allerdings in sich.

Isabelles »Arbeitsplatz« aus der Vogelperspektive. Alleine der Stapel der Kisten mit für den Wohltätigkeitsverein war höher als die Garage.

Isabelles »Arbeitsplatz« aus der Vogelperspektive. Alleine der Stapel der Kisten mit für den Wohltätigkeitsverein war höher als die Garage.

Dienstag, 16. August 2011
Schon sehr früh morgens habe ich zwei Mülltonnen zu Isabelles Garage gefahren. Eine für Papier, eine für Restmüll. Die Garage war unverschlossen, ich hatte Isabelles Erlaubnis, mir zu nehmen, was ich will und so begann ich, sehr offensichtlichen Müll von normal offensichtlichem Müll zu sortieren und den offensichtlicheren in die passende Tonne zu räumen. In der Papiertonne landeten vor allem verschimmelte Bücher, verschimmelte Schuhkartons und muffige Schulsachen. Die stammten wohl von ihrer Enkelin, die allerdings nicht mehr mit ihrer Oma redet und nun auch nicht beim Umzug hilft. Bei den drei anderen Enkeln und Isabelles Töchtern sieht es ähnlich aus, allerdings hatten die keine Schulsachen in der Garage.

Es fanden sich Berge fleckiger Handtaschen und Schuhe, die in großen Einkaufstaschen landeten, die sich ebenfalls haufenweise fanden. Nach zwei Stunden machte ich erstmal Pause.

Um elf kam Isabelle und jetzt begann der Spaß erst richtig. Sie setzte sich auf einen Stuhl, ich versorgte sie mit Kisten und reichte ihr nacheinander die Säcke und Kisten mit Kleidern an, die sie Stück für Stück durchschaute und sortierte. Vieles wollte sie behalten, das meiste kam in die Kiste für Vinnies, den hiesigen Wohltätigkeits-Second-Hand-Laden, manches direkt in die Mülltonne.

Am Abend waren die beiden Mülltonnen randvoll, der Stapel der Boxen für Vinnies reichte bis unter die Decke und Isabelle war sichtlich erschöpft und zunehmend verwirrt. Während sie da saß und sortierte wanderte viel gröberer Schrott direkt an den Straßenrand, viele Dinge hatte sie vorher noch nie gesehen. Als es dunkel war, kamen noch eine entfernte Nichte und zwei ehemalige Kolleginnen Isabelles, die mithalfen, die Müllsäcke, die in der Vorwoche in ihrer Wohnung gefüllt wurden, von den Mülltonnen zum Straßenrand zu befördern. Es waren 20 Säcke und sie waren zum Teil so schwer, dass sie nur durch Schleifen über den Boden bewegt werden konnten.

Alle Schätze, die Isabelle behalten wollte, kamen in unsere Garage. Sie hatte keine Gelegenheit, sie mit in ihr neues Zuhause zu transportieren, würde das aber morgen nachholen. Um elf wäre sie eh da, schließlich müsste sie die Wohnung übergeben.

Die stand übrigens noch voll mit Isabelles alten Möbeln, die sie in der neuen kleinen Wohnung nicht unterbekam. Das ist eine etwas unglückliche Konstellation, aber Isabelle verzichtet lieber auf ihre Kaution, die vor 27 Jahren sowieso nicht so groß war, als sich darum auch noch zu kümmern.

Am nächsten Morgen kam die Müllabfuhr, hat aber erstmal nur einen Bruchteil des Mülls eingepackt.

Am nächsten Morgen kam die Müllabfuhr, hat aber erstmal nur einen Bruchteil des Mülls eingepackt.

Mittwoch, 17. August 2011
Um acht tauchte die Sperrmüllabfuhr auf, nahm allerdings nur etwa ein Fünftel der Sachen mit, die da rumlagen. Die Säcke blieben liegen und auch der riesige Kühlschrank schmückte weiterhin die Einfahrt.

Um elf Uhr war Michelle vom Maklerbüro da, von Isabelle war aber nichts zu sehen. Dafür kamen zwei Gebrauchtwarenhändler. Während der eine die Säcke auskippte, schnitt der andere den Kompressor aus dem Kühlschrank und wuchtete ihn auf die Ladefläche. Den Kühlschrank nahmen sie auch mit, allerdings hoben sie den zu zweit und auch erst, als kein Kühlmittel mehr auslief. Immerhin nahmen sie auch die Autobatterie mit, die sich in Isabelles Garage fand. Michelle ging mit den Jungs auch in Isabelles Wohnung, aber sie wollten weder die Waschmaschine noch das Gestell des Bügelbretts mitnehmen. Vermutlich war die Ladefläche schon zu voll.

Isabelle kam dann um kurz nach zwölf, kurz nachdem Michelle wieder gefahren war. Als ich ihr erzählte, dass Michelle auf sie gewartet hatte, verließ sie panisch das Haus, sie müsse die Schlüssel doch noch übergeben! Und weg war sie.

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